Befristung - was tun? - Ratgeber Arbeitsrecht

Befristeter ArbeitsvertragNachteile eines befristeten Arbeitsvertrages

Worin liegen für den Arbeitnehmer die Nachteile bei einem befristeten Arbeitsvertrag?

Mit dem Abschluss befristeter Arbeitsverträge können die bestehenden Kündigungsschutzvorschriften unterlaufen werden. Ein befristeter Arbeitsvertrag hat für den betroffenen Arbeitnehmer einen großen Nachteil:

Das Arbeitsverhältnis endet automatisch mit Zeitablauf, ohne dass es einer Kündigung des Arbeitgebers oder einer sonstigen Beendigungsvereinbarung (Abschluss eines Aufhebungsvertrages) bedarf.

Für den Arbeitgeber ist es in der Regel nicht einfach, sich von einem Mitarbeiter zu trennen. Möchte er einen bestimmten Arbeitnehmer loswerden, so muss er diesem entweder eine Kündigung aussprechen oder er muss ihn dazu bewegen, sich auf den Abschluss eines Aufhebungsvertrages einzulassen. Letzteres wird in der Regel nur gelingen, wenn dem Arbeitnehmer zum Ausgleich für den Verlust des Arbeitsplatzes eine Abfindung angeboten wird.

Aus den Tipps zum Kündigungsschutz wissen Sie, dass dann, wenn der Arbeitnehmer Kündigungsschutz genießt, eine Kündigung rechtlich nur dann zulässig ist, wenn ein Kündigungsgrund vorliegt. Besteht kein Kündigungsgrund, ist eine dennoch ausgesprochene Kündigung unwirksam. Sie kann vom gekündigten Arbeitnehmer mit einer Kündigungsschutzklage angegriffen werden. Will der Arbeitgeber den Arbeitnehmer dennoch loswerden, ist er praktisch gezwungen, sich mittels Zahlung einer Abfindung "freizukaufen".

Selbst wenn der Arbeitgeber meint, einen Kündigungsgrund zu haben, wird er häufig von den Arbeitsgerichten eines Besseren belehrt mit der Folge, dass er um die Zahlung einer Abfindung nicht herumkommt.

  • Unter Umständen kann eine Kündigung auch gänzlich unzulässig sein, z.B. wenn eine Arbeitnehmerin schwanger ist und den besonderen Kündigungsschutz gemäß § 9 Mutterschutzgesetz (MuSchG) genießt.
  • Auch bei Mitgliedern des Betriebsrats ist eine ordentliche Kündigung ausgeschlossen.
  • Schwerbehinderte genießen Sonderkündigungsschutz. Die Kündigung des Arbeitverhältnisses mit einem schwerbehinderten Mitarbeiter ist unzulässig, wenn der Arbeitgeber nicht zuvor die Zustimmung des Integrationsamts eingeholt hat.

Ganz anders verhält es sich bei einem befristeten Arbeitsvertrag:

Alle Vorschriften, die den Schutz eines Arbeitnehmers vor einer arbeitgeberseitigen Kündigung bewirken sollen, kommen nicht zum Tragen, wenn ein Arbeitsverhältnis wirksam befristet ist. Im Falle einer Befristung endet das Arbeitsverhältnis automatisch zum Befristungsende. Es bedarf weder einer Kündigung durch den Arbeitgeber noch ist es erforderlich, sich mit dem Arbeitnehmer auf den Abschluss eines Aufhebungsvertrages zu verständigen. Folglich spielt es auch keine Rolle, ob eine Schwangerschaft besteht, ob ein Arbeitnehmer dem Betriebsrat angehört oder ob er schwerbehindert ist.

Mit anderen Worten: Wird Ihr Vertrag nicht über das Befristungsende hinaus fortgeführt, sitzen Sie "auf der Straße", falls Sie keine anderweitige Beschäftigung finden. Ihr Arbeitsgeber kann sich selbst dann auf den Ablauf der Befristung berufen, wenn noch Beschäftigungsmöglichkeiten bestehen, Sie für die vorhandenen Aufgaben befähigt sind und der Arbeitgeber mit Ihnen zufrieden war.

Die Vereinbarung eines befristeten Arbeitsverhältnisses ist für den Arbeitgeber oft nur scheinbar die Lösung des Problems, sich von einem Mitarbeiter auf einfachere Weise wieder trennen zu können als durch den Ausspruch einer Kündigung. Arbeitgebern gelingt es häufig nicht, Befristungen so zu vereinbaren, dass diese auch "wasserdicht" rechtswirksam sind. Wie Sie beim Studium der nachfolgenden Tipps feststellen werden, gibt es bei Befristungen für den Arbeitgeber viele Fallstricke und Hindernisse, die Sie zu Ihrem Vorteil nutzen können.


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In den nachfolgenden Tipps erfahren Sie, ob und unter welchen Voraussetzungen die mit Ihnen getroffene Befristungsvereinbarung unwirksam ist: Wo liegen Ihre Chancen, gegen eine unwirksame Befristung vorzugehen - sei es, um das Arbeitsverhältnis fortzusetzen, oder sei es, um eine - möglichst hohe - Abfindung zu erstreiten?



Zuletzt aktualisiert März 2020

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