Kündigungsschutz für leitende Angestellte

Kündigungsschutz für leitende Angestellte Was tun, wenn Ihr Job als Führungskraft zur Disposition gestellt wird? Bleiben oder gehen?

Sie haben das Gefühl, eine Kündigung liegt in der Luft? Gehen Sie davon aus, dass Ihr Unternehmen sich über kurz oder lang von Ihnen trennen will?

Auch ohne eigenes Verschulden oder Zutun können Sie als Führungskraft in die Situation geraten, dass Ihr Arbeitgeber Sie loswerden will. Für Sie stellt sich nun die Frage, was besser ist:

  • Sollen Sie so lange wie möglich bleiben und versuchen, die Krise auszusitzen?
  • Oder sollen Sie selbst den Absprung zu suchen, bevor man Ihnen die Tür weist?

Was tun, wenn Sie sich unversehens in einer Rolle wiederfinden, wie sie schlimmer nicht sein kann: "Dead Man Walking"?

In dieser Situation fällt es vielen schwer, aktiv zu werden und sich der Herausforderung zu stellen. Trägheit, Angst, aber auch Hoffnung halten vielleicht auch Sie zurück, jetzt schon selbst eine Entscheidung zu treffen und zu handeln. Abwarten ist im Moment bequemer. Sie wissen aber auch: Einfach nur abzuwarten, ist keine Lösung. Sie werden nicht um die Entscheidung herumkommen:

Bleiben oder gehen?

Wenn Sie sich in einer solchen Situation befinden, kann ich Ihnen nur dringend empfehlen, sich von einer außenstehenden Person beraten zu lassen. Ein Außenstehender, der sich mit derartigen Problematiken öfter auseinanderzusetzen hat, verfügt einerseits über die nötige Erfahrung, wie man mit einer solchen Situation umzugehen hat. Zum anderen ist er im Gegensatz zu Ihnen nicht persönlich involviert und kann Sie eher davor bewahren, sich zu verrennen. Da es um die Frage der Beendigung oder Nichtbeendigung des Arbeitsverhältnisses geht, liegt es nahe, einen Rechtsanwalt hinzuzuziehen, der Sie berät und durch die Krise führt bzw. begleitet (Coaching).

Ich möchte Ihnen an dieser Stelle einige Überlegungen und Hinweise an die Hand geben, die Ihnen helfen werden, die richtige Entscheidung zu treffen:

Um es vorwegzunehmen: Die Entscheidung, den Arbeitsplatz behalten zu wollen, wird sich nur in Ausnahmefällen als die richtige erweisen. Wenn Sie das Gefühl einer langsamen Spirale von Unbehagen und Angst mögen und sich nicht darum scheren, was Ihre Kollegen denken, dann bleiben Sie - anderenfalls sehen Sie zu, dass Sie das Unternehmen zu den bestmöglichen Bedingungen verlassen!

Sofern Sie sich für das Bleiben entscheiden, sollten Sie sich "warm anziehen" und sich auf die Rolle vorbereiten, die Sie in nächster Zeit in Ihrem Unternehmen spielen werden und für die sich im Englischen ein Begriff geprägt hat: "Dead Man Walking". Überlegen Sie sich gut, ob es Zweck hat, die Krise auszusitzen und solange zu bleiben, wie es nur geht. Die Erfahrung zeigt, dass das Festhalten nur den "Leidensweg" verlängert, im Ergebnis aber keinen Vorteil bringt. Insbesondere wird Ihre Position, um mit dem Unternehmen über günstige Beendigungsbedingungen zu verhandeln, nicht dadurch besser, dass Sie versuchen, die Krise auszusitzen.

  • Vertrauen Sie auch nicht auf die Loyalität Ihrer Kollegen. Die Ungewissheit über Ihr Schicksal als Kollege oder Vorgesetzter wird dazu führen, dass das gesamte Büro langsam aber sicher von einer gemeinschaftlichen Verlegenheit und von Unbehagen erfasst wird. Typische Reaktion ist eine Phase der Lähmung, während der alle darauf warten, dass etwas passiert, dass die Karten neu gemischt werden.
  • Ihre Kollegen und untergeordneten Mitarbeiter mögen zwar Mitgefühl empfinden für den "Verurteilten auf seinem Weg zum Galgen" - aber der Selbsterhaltungstrieb ist stärker. Bestenfalls werden sich Ihre Kollegen bedeckt halten, schlimmstenfalls erwachsen Ihnen hier Gegner oder Konkurrenten.
  • Sie werden erleben, wie ehemals treue Adjutanten Ihnen gegenüber Anspruch auf Neutralität erheben, während sie heimlich anderweitig jemandem ihre Loyalität versichern.
  • Sie können nur noch zusehen, wie Ihre Bedeutung schwindet und Ihre Position sich gewissermaßen langsam auflöst. Nicht selten erfolgt die Demontage vor den Augen der gesamten Belegschaft oder gar der Öffentlichkeit - mit katastrophalen Folgen für Ihre Reputation als Führungskraft.

Überlegen Sie gut, ob Sie sich das antun wollen. Gehen Sie lieber, bevor Sie - und Ihr Unternehmen - in einer hässlichen Abwärtsspirale landen!

Falls Sie Ihr Arbeitsverhältnis - aus welchen Gründen auch immer - fortsetzen zu wollen: Zunächst müssen Sie prüfen, ob Sie die Gründe, die die Trennungsabsicht bedingen, mit Ihrem Arbeitgeber klären können, etwa wenn Sie von einer Fehleinschätzung Ihres Arbeitgebers in Bezug auf Ihre Person oder die Ausgestaltung Ihres Arbeitsplatzes ausgehen können. Unter Umständen können Sie auch andere für Sie in Betracht kommende freie Arbeitsplätze in Ihrem Unternehmen benennen. In diesen Fällen kann es sinnvoll sein, mit dem Arbeitgeber zu kooperieren, um möglicherweise einvernehmlich eine Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses zu erreichen - notfalls auch zu geänderten Bedingungen oder in einem anderen Betrieb des Unternehmens.

Ist dagegen klar, dass Ihr Arbeitgeber unter keinen Umständen bereit sein wird, Sie noch länger zu beschäftigen oder gar eine bereits ausgesprochene Kündigung rückgängig zu machen, dürften klärende Gespräche in dieser Art wenig sinnvoll sein. Ich wiederhole daher noch einmal meinen Rat:

  • Gehen Sie, bevor es für Sie unerträglich wird.
  • Seien Sie derjenige, der diese Entscheidung trifft, und vermeiden Sie dadurch, dass andere über Sie entscheiden.
  • Und insbesondere: Verhandeln Sie die Bedingungen Ihres Ausscheidens zu einem Zeitpunkt, zu dem Ihr Unternehmen noch zu einem größtmöglichen Entgegenkommen bereit ist.

Wenn Ihre Entscheidung feststeht und Sie beschlossen haben, das Unternehmen zu verlassen, geht es nun darum, in der bevorstehenden Auseinandersetzung mit Ihrem Arbeitgeber wirklich das bestmögliche Ergebnis erzielen und möglichst viel herauszuholen.


Was sind die Ihnen zu Gebote stehenden Möglichkeiten, in der Auseinandersetzung mit Ihrem Arbeitgeber wirklich das bestmögliche Ergebnis erzielen?



Zuletzt aktualisiert März 2020

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