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Mobbing im Betrieb Arbeitsverhältnis fortsetzen oder beendenden – welche Alternative ist besser?

Wenn Sie an Ihrem Arbeitsplatz gemobbt werden, bedarf es einer sorgfältigen Analyse Ihrer Situation. Die Analyse ermöglicht es Ihnen, zu entscheiden, was für Sie die bessere Alternative ist:

Sollen Sie Ihr Arbeitsverhältnis fortsetzen? Oder ist es für Sie die bessere Lösung, das Arbeitsverhältnis zu beenden?

Diese beiden Alternativen müssen gegeneinander abgewogen werden, um hieraus die für Sie beste Entscheidung herzuleiten. Die nachfolgenden Hinweise werden Ihnen helfen, die richtige Entscheidung zu treffen.

Wenn Sie sich dafür entscheiden, das Arbeitsverhältnis zu beenden, so sollte dies natürlich zu den bestmöglichen Bedingungen geschehen:

  • Sie sollten während der Kündigungsfrist unter Fortzahlung der Vergütung von der Arbeit freigestellt werden.
  • Ihr Arbeitgeber sollte Ihnen eine angemessene Abfindung zahlen.
  • Sie sollten ein Arbeitszeugnis erhalten, welches Ihrem beruflichen Fortkommen dient.
  • Und schließlich sollte die Beendigung des Arbeitsverhältnisses so gestaltet werden, dass die Agentur für Arbeit keine Sperrzeit verhängt, falls Sie nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht sofort eine Anschlussbeschäftigung finden.

Nachfolgend gebe ich Ihnen einige Überlegungen an die Hand, die Ihnen bei der Entscheidungsfindung helfen werden. Ist es besser, das Arbeitsverhältnis fortzusetzen? Oder sollte die Beendigung des Arbeitsverhältnisses angestrebt werden? Wenn Sie vorrangig das Ziel verfolgen, das Arbeitsverhältnis fortzusetzen, müssen Sie die Konsequenzen dieser Entscheidung im Blick haben und Folgendes bedenken:

In Zukunft ein konfliktfreier Arbeitsplatz - ist das realistisch?

Glauben Sie, dass die Konfliktsituation an Ihrem Arbeitsplatz bereinigt werden kann und dass es möglich ist, Voraussetzungen zu schaffen, das Arbeitsverhältnis irgendwann unbelastet fortzusetzen? Gibt es irgendetwas, was denjenigen oder diejenigen, die Sie anfeinden und die sich Ihnen gegenüber schikanös und diskriminierend verhalten, dazu veranlassen könnten, ihr Verhalten in Zukunft zu ändern? Um diese Hoffnung zu rechtfertigen, bedarf es greifbarer Umstände. Bitte prüfen Sie eingehend, ob Ihre Erwartungen an das zukünftige Verhalten Ihrer Gegner realistisch sind. Oder handelt es sich vielleicht nur um Wunschdenken?

Vielleicht sind Sie sich darüber im Klaren, dass Ihr Gegner oder Ihre Gegner niemals freiwillig einlenken werden. Sie glauben aber, dass Sie Ihr Ziel erreichen können, wenn Sie gegen Ihre(n) Widersacher rechtlich vorgehen, beispielsweise mit einer "Mobbingklage". Nach meiner Erfahrung haben Arbeitnehmer, wenn sie sich von mir beraten lassen, entweder schon alle Möglichkeiten einer Konfliktbereinigung ausgeschöpft, oder sie halten den Versuch einer außergerichtlichen Bereinigung des Konflikts von vornherein für nicht Erfolg versprechend. Sie glauben nicht - oder nicht mehr - daran, dass sich im Guten noch etwas regeln lässt. Stattdessen suchen sie die Auseinandersetzung mit ihrem Arbeitgeber. Sie wollen ihre Rechte mit juristischen Mitteln durchsetzen und suchen dazu meine Unterstützung. Es geht Ihnen - ganz einfach ausgedrückt - um Gerechtigkeit.

Wenn Sie meinen bisherigen Ausführungen aufmerksam gefolgt sind, wird Ihnen klar geworden sein, dass Sie mit einer "Mobbingklage", also einer auf Wiedergutmachung (Unterlassung, Schadensersatz etc.) gerichteten Klage, im Zweifel kaum etwas erreichen werden. Im Gegenteil: Durch eine MobbingopferKlage gegen Ihren Arbeitgeber machen Sie sich erst richtig unbeliebt. Sind Sie erst einmal - unter Einschaltung eines Rechtsanwalts - gegen Ihren Arbeitgeber vorgegangen und haben diesen gar verklagt, werden Sie schnell feststellen, dass Sie bei Ihrem Arbeitgeber "unten durch" sind. Sie müssen jetzt noch viel mehr damit rechnen, dass Ihnen das Leben schwer gemacht wird.

In der Beratungspraxis treffe ich immer wieder einmal auf Optimisten, die überzeugt sind, "den längeren Atem" zu haben. Wenn sie nur lange genug durchhalten, so glauben sie, werden ihre Widersacher am Ende aufgeben oder nachgeben. Glauben Sie das auch? Sehr häufig sind Zweifel angebracht, ob der Opimismus gerechtfertigt ist. Wie sicher sind Sie, dass Sie wirklich über das erforderliche Durchhaltevermögen verfügen? Wenn ich bei den Mandanten, die sich von mir beraten lassen, nachfasse, stellt sich häufig heraus, dass sich schon erste Symptome einer psychischen Krise zeigen: Unruhiger Schlaf bis hin zur Schlaflosigkeit, nächtliche Schweißausbrüche, Angst vor dem nächsten Tag, Widerwillen, überhaupt zur Arbeit zu gehen. Sollten Sie diese Symptome auch bei sich feststellen, ist es nach meiner Erfahrung sehr illusorisch, anzunehmen, dass Sie den gegenwärtigen Zustand noch sehr viel länger durchhalten werden. Für wie wahrscheinlich halten Sie es, dass Sie, sollte sich an der Situation an Ihrem Arbeitsplatz nichts verändern, in - sagen wir einmal - einem halben oder vielleicht einem Jahr noch gesund sind und dass nicht irgendwann der psychische Zusammenbruch kommt? Diese Frage sollten Sie sich ehrlich beantworten. Vielleicht müssen Sie sich dann eingestehen, dass die Aussicht, bei unverändertem Fortbestehen der Situation an Ihrem Arbeitsplatz auf Dauer gesund zu bleiben, vielleicht doch nicht so hoch ist.

Wollen Sie das Arbeitsverhältnis unter allen Umständen fortsetzen, auch auf die Gefahr hin, ernsthaft zu erkranken? Sie können einwenden, dass Ihr Arbeitsplatz von existenzieller Bedeutung ist. Das mag zwar so sein. Was nützt Ihnen aber ein Arbeitsplatz, wenn Sie am Ende auf der Strecke bleiben, weil Sie krank werden? Wenn Ihre Gesundheit erst einmal ruiniert ist, können Sie unter Umständen auf längere Sicht überhaupt nicht mehr arbeiten, weder bei Ihrem derzeitigen Arbeitgeber noch bei einem potentiellen neuen Arbeitgeber. Haben Sie das bedacht? Sollten Sie nicht vielleicht besser der Gesundheit Vorrang geben? Wenn Sie diese Frage mit "ja" beantworten, könnte Ihre Entscheidung lauten, doch besser den Arbeitsplatz aufzugeben.

Bei der Entscheidung ob Sie Ihr Arbeitsverhältnis ungeachtet der Mobbingsituation, der Sie am Arbeitsplatz ausgesetzt sind, fortsetzen wollen, beziehen Sie bitte auf jeden Fall die vorstehenden Hinweise mit ein!

Wie Sie sehen, favorisiere ich in den Fällen, in denen eine Entspannung der Konfliktlage am Arbeitsplatz nicht zu erwarten ist, eine Strategie, die auf die Beendigung des Arbeitsverhältnisses zielt. Erst recht gilt dies dann, wenn die Gesundheit des Betroffenen entweder bereits angegriffen oder zumindest bedroht ist. In diesen Fällen sollte nach dem Grundsatz gehandelt werden: "Lieber ein Ende mit Schrecken als Schrecken ohne Ende!"Bei objektiver Betrachtung verliert die gewollte Herbeiführung des Endes des Arbeitsverhältnisses seinen Schrecken, wenn man sich die Alternativen klarmacht: Weiterbestehen der Konfliktlage am Arbeitsplatz bis hin zum Verlust der Gesundheit. Halten Sie sich dies vor Augen! Dann können Sie sich vielleicht vorstellen, dass die Furcht vor den Konsequenzen, die eine Beendigung des Arbeitsverhältnisses mit sich bringt, seinen Schrecken verliert, bei dem Gedanken an die Zukunft, die dann vor Ihnen liegt: Wenn es Ihnen gelingt, Ihr Arbeitsverhältnis und alles damit verbundene Negative hinter sich zu lassen, werden Sie in der Lage sein, sich einer besseren Zukunft zuzuwenden.

Werden Sie rechtzeitig aktiv, solange Sie gesundheitlich noch dazu in der Lage sind!

Wenn Sie sich entschließen, das Arbeitsverhältnis zu beenden und eine Strategie zu verfolgen, mit der Sie Ihren Arbeitgeber zwingen können, Ihnen eine Abfindung zu zahlen, so ist es ein unschätzbarer Vorteil, zu einem Zeitpunkt aktiv zu werden, zu dem Sie noch nicht auf Dauer arbeitsunfähig erkrankt sind. Wenn Sie so agieren wollen, dass Ihr Arbeitgeber Ihnen am Ende eine Abfindung zahlt, ist es praktisch unabdingbar, noch über die Kraft und Energie zu verfügen, um sich auf eine Auseinandersetzung mit Ihrem Arbeitgeber einlassen zu können. Hierzu ist eine gewisse Robustheit vonnöten, und es wäre von Vorteil, würden Sie noch über gesundheitliche Reserven verfügen.

Es besteht zwar auch dann eine Chance, eine Abfindung zu erstreiten, wenn Sie psychisch nicht mehr in der Lage sind, sich einer Konfrontation mit Ihrem Arbeitgeber auszusetzen. In diesem Fall ist es aber sehr viel schwerer, eine Strategie zu entwickeln, die den Arbeitgeber bewegen kann, Ihnen eine Abfindung zu zahlen. Wenn Ihr Arbeitgeber weiß, wie es um Ihre Gesundheit bestellt ist, könnte er vielleicht darauf spekulieren, dass Sie gar nicht in der Lage sein werden, jemals wieder an den Arbeitsplatz zurückzukehren. Er müsste dann einfach nur abwarten. Wenn die sechswöchige Lohnfortzahlung abgelaufen ist, kann er sich das auch leisten. Sie kosten ihn dann nämlich kein Geld mehr.

Ich habe im Laufe meiner langjährigen Beratungspraxis die verschiedensten Strategien entwickelt, die – überwiegend mit guter bis sehr guter Aussicht auf Erfolg – den Arbeitgeber am Ende in eine Position bringen, in der er sich von dem Mitarbeiter trennen will und, um dieses Ziel zu erreichen, sogar zur Zahlung einer Abfindung bereit ist. Die meisten dieser Strategien setzen ein aktives Mitwirken voraus. Sollten Sie sich hierzu gesundheitlich nicht mehr in der Lage sehen, lassen Sie sich aber nicht entmutigen. Auch in einer solchen Situation ist mir bislang noch (fast immer) etwas eingefallen.

Vielleicht haben die vorstehenden Ausführungen Sie zu der Erkenntnis gebracht, dass es am besten ist, wenn Sie Ihr Arbeitsverhältnis beenden. Wie geht es nun aber weiter? Wie schaffen Sie es, das Arbeitsverhältnis zu optimalen Bedingungen (bezahlte Freistellung, Abfindung, gutes Zeugnis etc.) zu beenden? Mobbing



Zuletzt aktualisiert März 2020

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